Pogona henrylawsoni

Zwergbartagame
 

Sir Henry


Sir Henry & Cleo

Allgemeines

Herkunft:
 


Australien (westliches und zentrales Queensland, z. B. Longreach)
 
Körpergröße:
 
adult ca. 30 cm GKL
 
Temperatur:

 
25 - 45 ° C am Tage, 18 - 22 ° C nachts
40 - 50 ° C punktuell am Sonnenplatz
 
Licht:
 
12 - 14 Stunden pro Tag, UV-A- und UV-B-Bestrahlung erforderlich
 
Luftfeuchtigkeit:
 
20 - 40 % am Tage, 40 - 60 % nachts, kurzfristig 70 %
 
Nahrung:
 
Insekten und Grünfutter, frisches Trinkwasser, Calcium- und Vitaminpräparate
 
Winter:
Temperatur:
Licht:

16 - 18 ° C
nicht erforderlich
Haltungsempfehlung:
 
1.2 (ein Männchen mit zwei Weibchen)
1.3 etc.
 
Lebenserwartung:
 
ca. 10 Jahre
 
Fortpflanzung:
 
ovipar
 
Schutzstatus: keiner
   

Im allgemeinen sind Zwergbartagamen Einzelgänger, die sich nur zur Paarungszeit treffen. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass man durchaus mehrere Tiere zusammen halten kann, sofern das Terrarium eine ausreichende Größe hat und gut strukturiert ist. Außerdem ist unbedingt zu beachten, dass man pro Gruppe nur ein Männchen hält, da es sonst zu ernsthaften Verletzungen durch Revierkämpfe kommt. Eine kleine Gruppe aus einem Männchen und mindestens zwei oder mehreren Weibchen hat sich bei mir sehr gut bewährt.

Eine paarweise Haltung hingegen kann ich nicht empfehlen, da es oft zu Streitereien selbst unter den Weibchen kommt. Ein Männchen und ein Weibchen ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da die Böckchen zur Paarungszeit sehr aktiv sind und die Weibchen dadurch übermäßigem Stress ausgesetzt sind, was durchaus zur Futterverweigerung und Krankheit führen kann.

Da die Weibchen auch ohne Männchen Eier (dann unbefruchtet) legen, ziehe ich es vor, ein Männchen in die Gruppe zu integrieren, denn so kann man auch das komplette Verhaltensschema der Tiere sehr schön beobachten. Wenn man nicht züchten möchte, sollte man die Eier für einige Tage einfrieren, bevor sie dann entsorgt werden, so beugt man einem eventuellen Schlupf auf der Müllkippe vor.

 
Das Terrarium
Meine "Zwerge" leben in einem 150 x 60 x 60 cm Forex-Terrarium. Die Beleuchtung, die über Zeitschaltuhren gesteuert wird, besteht jetzt seit einiger Zeit aus zwei T5-Leuchtstoffröhren, einer 70 W Bright Sun, die für die nötige UV-Bestrahlung sorgt sowie einem Halogen-Spot-Strahler, der nach Bedarf zugeschaltet wird.  Die Temperaturen liegen zwischen 24 und 45° C. Die Rückwand wurde aus Styropor, Fliesenkleber und lösungsmittelfreier Abtönfarbe felsenähnlich gestaltet. Als Bodengrund benutze ich gelben und roten lehmhaltigen Sand. Einige Wurzeln und Korkrinden sorgen für Kletter-, Schlaf- und Sonnenmöglichkeiten.  Ein Trink-Badenapf vervollständigt die Einrichtung. Je nach Jahreszeit stelle ich kleine Topfpflanzen wie z.B. Callisia repens (besser bekannt als Golliwoog), Basilikum, Petersilie u. ä. ins Terrarium. Das sieht nicht nur dekorativ aus, die Tiere naschen auch gerne mal an den Pflanzen.

Wenn die Temperaturen es zulassen, setze ich die Bartis regelmäßig auf dem Balkon in eine kaninchendrahtgesicherte "Sonnenkiste". Die Tiere genießen das natürliche Sonnenlicht sehr und  werden auch viel farbintensiver. Es ist allerdings darauf zu achten, dass auch immer ein Schattenplätzchen vorhanden sein muss, damit sich die Tiere abkühlen können. Eine großzügige Badeschale gehört ebenfalls zur Ausstattung des "Sonnenstudios".  Erstaunlicherweise baden, schwimmen und tauchen die Bartis sehr gerne, sofern sie als Babies schon die Möglichkeit bekommen.
 

Nahrung
Jungtiere bekommen von mir mehrmals täglich einige Insekten und können sich satt fressen. Außerdem biete ich ihnen Grünfutter an, das von Tier zu Tier unterschiedlich gut angenommen wird. Bei den adulten Tieren halte ich es etwas anders. Sie bekommen jeden Tag Grünfutter und zwei- bis dreimal pro Woche Insekten. Diese Insekten werden mit Korvimin etc. bestäubt. Über das Trinkwasser, das ich zum Teil per Pipette verabreiche, erhalten alle Tiere regelmäßig ein Vitaminpräparat. Zusätzlich steht den Tieren eine Trinkschale sowie Sepia zur Verfügung. Alle vier bis sechs Wochen erhalten die adulten Barti's ein Babymäuschen.

Speisekarte
 

Insekten Gemüse/Obst

Heuschrecken
Heimchen
Schaben
Wachsmottenlarven
Mehlwurmlarven
Mehlkäfer

Zophobas verfüttere ich nicht, da sie einen sehr gewöhnungsbedürftigen Geruch
verströmen und für Zwergbartagamen meiner Meinung nach auch zu groß sind.


Golliwoog
Basilikum
Petersilie
Löwenzahn
Kapuzinerkresse
Gänseblümchen
Liebstöckel
Zitronenmelisse
Vogelmiere
Tomate
Paprika
Zucchini
Römersalat
Eisbergsalat
Chicoree
Möhre
Apfel
Birne
Weintraube
Brombeere
Himbeere
u. v. m.
 


"Nahrungsergänzung"


Korvimin ZVT + Reptil
ReptoCal
ReptoLife
ReptiSol
Multibionta Tropfen
Bone Aid (besonders für Jungtiere)
Sepia (steht immer zur Verfügung)

Diese Präparate werden abwechselnd verabreicht.
 


Winterruhe - Winterschlaf - Winterstarre

Zwergbartagamen halten weder Winterschlaf noch fallen sie in eine Winterstarre; ich nenne es Winterruhe. Temperaturbedingt ändert sich ihr Stoffwechsel in dieser Zeit, sie nehmen erst weniger und später gar keine Nahrung mehr zu sich und ziehen sich schließlich meist in ein Versteck zurück, um dort die kühlere Jahreszeit zu verbringen. Es kann jedoch durchaus vorkommen, dass sie während dieses Zeitraumes aus ihrem Versteck hervor kommen, um den Schlafplatz zu wechseln oder Wasser aufzunehmen. Aus diesem Grund steht meinen Tieren auch im Winter immer frisches Wasser zur Verfügung sowie ein Spot unter dem sie sich bei Bedarf auch aufwärmen können.

Sobald die Tiere zum Herbst hin, meist von ganz alleine, immer ruhiger werden und auch nicht mehr so gierig nach Fressen sind, leite ich langsam die "Winterzeit" ein. Nach und nach wird über einen Zeitraum von 3 - 4 Wochen die Beleuchtung und somit auch die Temperatur reduziert.  Nach  8 - 10 Wochen und Temperaturen zwischen 18 und 20 ° C wird dann allmählich die Beleuchtung wieder "hochgefahren". Um böse Überraschungen zu vermeiden, wiege ich meine Tiere auch während der Winterruhe ein- bis zweimal, um sofort reagieren zu können, falls die Tiere während dieser Zeit zu stark abnehmen sollten.

Bevor die Tiere in die Winterruhe gehen sorge ich dafür, dass sie ihren Darm noch einmal richtig entleeren können, indem ich sie bei 37 - 39 ° C bade. Da ich meine Tiere von Klein auf an langsam ans Baden gewöhnt habe, erleiden sie dabei keinen Stress, sondern genießen es sichtlich. Durch das Entleeren des Darms beuge ich Gase-, Fäulnis- und Bakterienbildung vor. Ich achte darauf, dass nur gesunde kräftige Tiere in die Winterruhe gehen, und dass für jedes eine Unterschlupfmöglichkeit besteht.

Nach der Winterruhe, wenn die Beleuchtung bereits wieder voll aktiv ist, brauchen die Tiere meist noch ein paar Tage, um wieder in "Schwung" zu kommen. Um sie dabei zu unterstützen, werden sie gebadet und jeden Tag ein paar Minuten mit der Osram Ultra-Vitalux bestrahlt. Bald fressen sie wieder gierig, und auch der Paarungstrieb setzt jetzt ein. Die Ultra-Vitalux kommt auch weiterhin ca. zweimal wöchentlich für 20 - 30 Minuten zum Einsatz, sofern ein Sonnenbad auf dem Balkon nicht möglich ist. Das steigert das Wohlbefinden der Tiere.

 

Paarung - Trächtigkeit
Paarungswillige Männchen können sehr stürmische unnachgiebige "Liebhaber" sein. Aus diesem Grund ist es ratsam, mindestens zwei Weibchen im Terrarium zu haben. Entdeckt das Männchen ein Weibchen, verbeißt es sich in dessen Nacken und vollzieht den Paarungsakt. Die Weibchen sind in der Lage das Sperma zu speichern und dadurch mehrere befruchtete Gelege abzulegen. Es kann vorkommen, dass Weibchen, die sich vor der Winterruhe noch gepaart haben, nach Beendigung der Winterruhe befruchtete Eier legen.

Die Trächtigkeit dauert zwischen 4 und 7 Wochen. Das Weibchen nimmt stark an Umfang zu und muss gut mit Vitaminen, Mineralstoffen, Calcium und abwechslungsreicher Nahrung versorgt werden. Außerdem sind sie in dieser Zeit sehr wärmebedürftig. Cleo hat vier Tage vor der ersten Eiablage das Fressen eingestellt.
 


Eiablage - Inkubation der Eier
Ein paar Tage vor der eigentlichen Eiablage fängt das Weibchen an, eine geeignete Stelle hierfür im Terrarium zu suchen (Probegrabungen). Mein Weibchen,  Cleo, macht das allerdings nicht. Sie fängt erst einige Stunden vorher an nach einem günstigen Platz zu suchen; auch stellt sie das Fressen bis zum Schluss nicht ein. Um dem Weibchen gute Bedingungen zu bieten, habe ich an einer von einem Spot bestrahlten Stelle im Terrarium, ein ca. 20 cm hohes Sand-Lehm-Gemisch aufgeschichtet, das leicht feucht gehalten wurde. Der einzige Hinweis auf die stattgefundene Eiablage war Cleo's Aussehen. Sie sah aus, als hätte sie ein viel zu großes "Kleid" an.

Die Eier wurden vorsichtig und ohne sie zu drehen ausgegraben und in Heimchendosen gelegt, die knapp bis zur Hälfte mit feuchtem Vermiculite befüllt waren. Anschließend wurden die Dosen mit belüfteten Deckeln verschlossen und in den bereits einige Tage zuvor in Betrieb genommen und auf 28,5 ° C aufgeheizten Inkubator gestellt. Bei dieser Temperatur schlüpfte das erste Junge nach 60 Tagen.
 
Aufzucht der Jungtiere
Da meine Jungtiere keinen Dottersack mehr aufwiesen, konnten sie nach dem Schlupf und einer kurzen Verschnaufpause direkt in das vorbereitete Aufzucht-Terrarium gesetzt werden. Das Terrarium hat die Maße 60 x 30 x 30 cm (L/B/T), der Bodengrund besteht aus Haushaltsrolle und Schieferplatten zur Wärmespeicherung, und die Beleuchtung aus einem Spot-Strahler sowie einer Energie-Sparlampe mit UV-A und UV-B-Anteil.

Nach drei Tagen fingen die ersten Jungtiere an zu fressen. Das Futter ist dasselbe wie für erwachsene Tiere, allerdings viel kleiner. Die Jungtiere bekommen in den ersten Wochen täglich mehrere kleine Portionen Insekten. Einige nehmen schon sehr früh Grünfutter an. Wasser habe ich über eine Pipette angeboten und zusätzlich in einer flachen Wasserschale. Natürlich bekommen auch die Jungtiere verschiedene Nahrungsergänzungsmittel (siehe oben).

Um das Wohlbefinden und die Entwicklung der Kleinen zu fördern, kommen sie jeden zweiten Tag für einige Minuten (langsam steigern) unter die Osram Ultra-Vitalux, was sie sehr genießen.
 
Geschlechtsbestimmung
Das Geschlecht einer Bartagame zu bestimmen ist nicht ganz einfach. Am besten eignen sich dazu erwachsene oder fast erwachsene Tiere. Man nimmt das Tier dazu in die eine Hand und biegt ganz vorsichtig mit der anderen den Schwanz nach oben, um die Schwanzwurzel über der Kloake, also in Richtung Schwanzspitze, ansehen zu können.

Befindet sich in der Mitte der Schwanzwurzel eine Vertiefung sowie jeweils links und rechts davon eine längs verlaufende Erhebungen, kann man ziemlich sicher sein, ein Männchen vor sich zu haben. Sieht man in der Mitte eine trapezförmige Wölbung, weist dies unter Umständen auf ein Weibchen hin, jedoch auch noch nicht voll entwickelte Männchen können dieses Merkmal aufweisen (Bilder folgen).

 

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12.09.2006 Cleo legt erneut 13 sehr kleine Eier (alle unbefruchtet)
28.08.2006 und die letzten 2 Jungen sind geschlüpft (5 Eier waren unbefruchtet)
27.08.2006 noch 2 Junge sind geschlüpft
26.08.2006 3 weitere Junge sind geschlüpft
25.08.2006 1 Junges ist geschlüpft
04.07.2006 Cleo legt 13 Eier im Terrarium ab
   

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